- Werkzeuge mit S umfassen eine große Bandbreite, von der Handsäge bis zum Schraubstock.
- Viele S-Werkzeuge sind echte Allrounder für Heimwerker und Handwerker.
- Die richtige Wahl hängt vom Material, dem Arbeitsschritt und deinem Erfahrungslevel ab.
- Qualität lohnt sich besonders bei Schleifmaschinen, Schlagbohrmaschinen und Sägen.
- Mit dem richtigen Werkzeug sparst du Zeit, schonst Material und arbeitest sicherer.
Du willst wissen, welche Werkzeuge mit dem Buchstaben S es gibt und wofür du sie brauchst? Dann bist du hier genau richtig. S steht für eine der größten und wichtigsten Werkzeuggruppen überhaupt. Sägen, Schraubenzieher, Schleifmaschinen, Schlagbohrmaschinen und viele mehr, all diese Werkzeuge sind aus keiner Werkstatt und keiner Baustelle wegzudenken.
Ob du gerade einen Heimwerkerkurs machst, dein erstes Werkzeugset zusammenstellst oder einfach nachlesen willst, was hinter einem bestimmten Werkzeugnamen steckt, diese Übersicht gibt dir einen soliden Überblick mit konkreten Einsatzbereichen und Kauftipps.
Sägen
Handsäge
Die Handsäge ist das klassische Sägewerkzeug ohne Strom. Du brauchst keine Steckdose, kein Akku, nur deinen Arm und etwas Kraft. Für gelegentliche Holzzuschnitte im Garten oder auf der Baustelle ist sie völlig ausreichend. Besonders bei kleinen Projekten wie dem Zuschneiden von Leisten, Latten oder Ästen bringt sie dich schnell ans Ziel.
Beim Kauf solltest du auf die Anzahl der Zähne pro Zoll achten. Wenige Zähne (6-8 TPI) bedeuten grober, schneller Schnitt, viele Zähne (12+ TPI) stehen für feine, saubere Schnitte. Eine Japansäge zieht beim Rückzug und ist besonders für präzises Arbeiten beliebt.
Stichsäge
Die Stichsäge ist das Universalwerkzeug für Kurven und Ausschnitte. Mit ihr kannst du runde Formen, Bögen und Innenausschnitte in Holz, Metall oder Kunststoff sägen, was mit einer Handkreissäge nicht funktioniert. Für Küchenmonteure, die Ausschnitte für Spülbecken fräsen, ist sie unverzichtbar.
Achte auf einen Pendelhub, der das Sägeblatt zusätzlich vor- und zurückbewegt. Das macht die Stichsäge schneller und das Sägeblatt hält länger. Wechselbare Sägeblätter sind Standard und erlauben dir, das Werkzeug für verschiedene Materialien zu nutzen.
Säbelsäge
Die Säbelsäge ist das rohe Kraftpaket unter den Sägen. Das lange, freiliegende Sägeblatt arbeitet sich auch durch dickes Holz, Rohre, Gipskarton und sogar Metall. Renovierungsarbeiten, Abrissarbeiten, Bäume zerlegen, das sind ihre Stärken. Feine Präzisionsarbeit liegt ihr nicht so, dafür bringt sie Leistung, wo andere Sägen aufhören.
Besonders praktisch ist sie, wenn du an schwer zugänglichen Stellen arbeiten musst. Das Sägeblatt lässt sich je nach Modell auf verschiedene Winkel einstellen. Für den Gelegenheitsheimwerker reicht eine Einsteiger-Säbelsäge, für intensive Nutzung oder professionellen Einsatz lohnt sich eine Markenmaschine mit variabler Drehzahl.

Schraubenzieher
Kreuzschraubenzieher
Der Kreuzschraubenzieher (PH = Phillips oder PZ = Pozidriv) ist das mit Abstand am häufigsten genutzte Handwerkzeug überhaupt. Fast jede Schraube im Möbelbau, in Elektrogeräten oder im Fahrzeug hat einen Kreuzschlitz. PH und PZ sehen ähnlich aus, sind aber nicht identisch. Mit einem PH-Kreuzschraubenzieher an einer PZ-Schraube zu arbeiten rutscht leicht ab und beschädigt den Kopf.
Für den Alltag brauchst du mindestens die Größen PH1 und PH2 sowie PZ2. Ein hochwertiger Schraubenzieher mit ergonomischem Griff und Hartmetallspitze macht spürbar mehr Spaß und hält deutlich länger.
Schlitzschraubenzieher
Schlitzschraubenzieher haben eine flache, gerade Klinge. Sie passen zu Schrauben mit einem einzigen geraden Schlitz, wie sie früher in Elektroinstallationen und älteren Möbeln häufig vorkamen. Heute sind sie seltener, aber in der Elektroinstallation zur Klemmung von Drähten oder zum Einstellen von Reglern noch unverzichtbar.
Praktisch zu wissen: Schlitzschraubenzieher mit isoliertem Griff sind für Elektroarbeiten bis 1.000 Volt zugelassen, sofern sie entsprechend gekennzeichnet sind. Das VDE-Symbol zeigt dir, dass der Griff sicherheitsgeprüft ist.
Schraubschlüssel
Der Schraubschlüssel ist überall dort zu Hause, wo Muttern und Schraubenköpfe eine definierte Weite haben. Den klassischen Gabelschlüssel kennst du aus dem Fahrradschrauben oder dem Motorrad-Tuning. Beim Ringschlüssel umgreift ein vollständiger Ring die Mutter, was mehr Kontaktfläche und weniger Abrutschen bedeutet.
Besonders nützlich ist der verstellbare Schraubschlüssel (Engländer oder Rollgabelschlüssel), der sich stufenlos auf verschiedene Weiten einstellen lässt. Er ersetzt zwar kein vollständiges Gabelschlüsselset, ist aber der perfekte Begleiter, wenn du mit wenig Gepäck viel erledigen musst.
Für intensive Werkstattarbeit empfiehlt sich ein durchgängiges Gabelschlüsselset von 8 bis 19 mm Schlüsselweite. Das deckt den Großteil aller Standardschrauben ab. Wer Fahrräder, Motorräder oder Fahrzeuge wartet, kommt um ein gutes Schlüsselset kaum herum. Mehr zur Pflege von Handwerkzeugen erfährst du im Beitrag über altes Werkzeug richtig entsorgen und verkaufen.
Schleifmaschine
Schleifen ist eine der häufigsten Vorarbeiten, ob beim Lackieren, Beizen oder Glätten von Holz- und Metalloberflächen. Die Schleifmaschine übernimmt diese Arbeit schneller und gleichmäßiger als jede Handarbeit. Es gibt drei verbreitete Typen.
- Exzenterschleifer: Der Allrounder für Flächen. Die ovale Bewegung verhindert Schleifspuren und eignet sich für Holz, Lack und Füller.
- Schwingschleifer: Günstig, einfach, für grobe Schleifarbeiten auf großen Flächen.
- Bandschleifer: Aggressiv und schnell, für das Abtragen großer Materialmengen oder das Bearbeiten von Kanten.
Schleifpapier gibt es in verschiedenen Körnungen. Grobe Körnung (40-80) trägt Material ab, feine Körnung (120-240) glättet die Oberfläche vor dem Finish. Schleifpapier Körnung richtig wählen ist eine Wissenschaft für sich. Den passenden Ratgeber dazu findest du im Beitrag Schleifpapier Körnung für jeden Untergrund.
Schlagbohrmaschine
Normale Bohrmaschinen bohren durch Drehen. Die Schlagbohrmaschine dreht und schlägt gleichzeitig, was das Eindringen in harte Materialien wie Beton und Mauerwerk erst möglich macht. Der Schlagmechanismus kann aktiviert oder deaktiviert werden. Im normalen Bohrmodus funktioniert sie wie eine klassische Bohrmaschine für Holz und Metall.
Wenn du regelmäßig in Beton oder Stein bohrst, brauchst du eine Schlagbohrmaschine, kein normales Modell. Für gelegentliche Dübellöcher in Innenmauerwerk reicht eine einfache Schlagbohrmaschine. Wer öfter in Stahlbeton oder Hartgestein arbeitet, sollte zum Bohrhammer wechseln, der mit dem SDS-Bohrhalter arbeitet und deutlich mehr Schlagenergie bietet.
Beim Kauf wichtig: Schlagzahl (min. 40.000 Schläge/min für Beton), einstellbare Drehzahl, Sicherheitskupplung und ein SDS-kompatibler Anschluss für professionelle Meißel- und Bohraufsätze. Das Wechseln von Bohraufsätzen ist einfach, wenn du es einmal gemacht hast. Wie das am Akkuschrauber geht, zeigt dir dieser Beitrag: Bohrfutter am Akkuschrauber wechseln.
Stemmeisen / Stechbeitel
Stemmeisen (auch Stechbeitel oder Beitel genannt) sind die Präzisionswerkzeuge für Holzbearbeitung ohne Strom. Mit einem Schlag des Holzhammers oder der Hand schneidest du Zapfenlöcher, Nuten oder Feinheiten in Holzverbindungen. Gute Tischler und Zimmerer schätzen hochwertige Stemmeisen aus Karbonstahl.
Für Einsteiger reicht ein Set mit vier Breiten: 6 mm, 12 mm, 20 mm und 26 mm. Damit deckst du die meisten gängigen Holzverbindungsaufgaben ab. Das Schärfen der Klinge ist eine eigene Disziplin. Mit einem Abziehstein und etwas Übung hältst du die Schneide in Topform. Wer Messer schärft, kennt das Prinzip bereits aus dem Beitrag Methoden zum Messerschärfen.
Schraubstock
Der Schraubstock ist das stationäre Spannsystem deiner Werkbank. Er hält Werkstücke fest, während du sägst, feilest, bohrst oder hämmert. Ohne Schraubstock ist präzises Handwerk erheblich schwieriger, weil Werkstücke verrutschen oder wegglitten.
Schraubstöcke gibt es in verschiedenen Backenbreiten, 80 bis 150 mm für den Heimwerkerbedarf sind üblich. Wichtig ist, dass der Schraubstock stabil auf der Werkbank befestigt ist. Billige Modelle kippeln, was gefährlich werden kann. Ein gusseiserner Schraubstock mit Parallelführung ist langlebig und präzise, kostet aber entsprechend mehr.
Für empfindliche Materialien wie Aluminium oder Holz nimmst du weiche Schutzbacken aus Kunststoff oder Leder, die über die Metallbacken gespannt werden und Druckmarken verhindern.
Schieblehre
Die Schieblehre ist das Messwerkzeug für präzise Innen-, Außen- und Tiefenmessungen. Du misst damit Durchmesser, Wandstärken und Tiefen auf den Zehntel- oder sogar Hundertstelmillimeter genau. In der Metallverarbeitung, beim Maschinenbau und im Feinhandwerk ist sie Standard.
Analoge Schieblehren mit Noniusskala erfordern etwas Übung beim Ablesen. Digitale Modelle zeigen den Wert direkt am Display an, was komfortabler und fehlerfreier ist. Für gelegentlichen Heimeinsatz reicht eine digitale Schieblehre für 10 bis 20 Euro. Wer auf Maßhaltigkeit angewiesen ist, sollte auf eine Marken-Schieblehre aus Edelstahl setzen.
Setzmaschine
Die Setzmaschine (auch Nagelpistole oder Nagler) setzt Nägel, Klammern oder Stifte pneumatisch oder elektrisch in Materialien, ohne dass du für jeden Nagel hammern musst. Im Holzbau, in der Inneneinrichtung und beim Dachdecken ist sie ein echter Zeitsparer. Setzmaschinen unterscheiden sich je nach Befestigungsmittel: Klammertacker für Klammern, Nagler für Stiftnägel, Druckluft-Nagler für schwere Anwendungen.
Wer gelegentlich Leisten, Fußleisten oder Paneele befestigen will, kommt mit einem elektrischen Akku-Nagler gut zurecht. Professionelle Dachdecker und Zimmerer greifen zum druckluftbetriebenen Nagelpistolen-System, das mehr Leistung und höhere Nagelkapazität bietet.
Fazit
Werkzeuge mit S sind keine Seltenheit, sondern der Kern fast jeder Werkzeugsammlung. Säge, Schraubenzieher, Schraubschlüssel, Schleifmaschine, Schlagbohrmaschine, Stemmeisen, Schraubstock, Schieblehre und Setzmaschine, all diese Werkzeuge haben ihren klaren Einsatzbereich und machen dich handwerklich vielseitig.
Der beste Einstieg ist ein solides Grundset: Kreuzschraubenzieher in mehreren Größen, ein Gabelschlüsselset, eine Stichsäge und eine Schlagbohrmaschine decken bereits einen Großteil aller Heimwerkeraufgaben ab. Wer die Werkzeugsammlung gezielt erweitern will, kauft nachher gezielt, wenn das Projekt es verlangt. Qualität lohnt sich besonders bei Maschinen, die regelmäßig unter Last laufen.
Häufige Fragen zu Werkzeugen mit S
Welche Werkzeuge mit S brauche ich als Heimwerker unbedingt?
Ein Kreuzschraubenzieher (PH2) und ein Schlitzschraubenzieher gehören in jede Grundausstattung. Dazu kommt eine Handsäge oder Stichsäge für Holzzuschnitte und eine Schlagbohrmaschine für Wandarbeiten. Mit diesen vier Werkzeugen mit S erledigst du rund 80 Prozent aller üblichen Heimwerkeraufgaben.
Was ist der Unterschied zwischen Schlagbohrmaschine und Bohrhammer?
Beide bohren in hartes Material, aber der Bohrhammer nutzt ein elektropneumatisches Schlagwerk mit deutlich mehr Energie. Er verwendet SDS-Bohrer und Meißel, die einfach eingerastet werden. Für normale Dübellöcher in Innenmauerwerk reicht die Schlagbohrmaschine. Für Stahlbeton oder Steinarbeiten ist der Bohrhammer die bessere Wahl.
Wozu brauche ich eine Schieblehre, wenn ich auch ein Maßband habe?
Ein Maßband misst Längen, aber keine Durchmesser oder Wandstärken. Die Schieblehre ermöglicht dir, die genaue Außenbreite eines Rohres, den Innendurchmesser einer Buchse oder die Tiefe einer Bohrung zu messen, und das auf Zehntel-Millimeter genau. Für Maschinenbau, Metallarbeiten oder präzisen Holzbau ist sie unverzichtbar.
