Das Wichtigste auf einen Blick
- Sonn- und Feiertage gelten als gesetzliche Ruhetage. Lautes Bohren ist an diesen Tagen in der Regel zu unterlassen.
- Die genauen Regeln richten sich nach dem Landesrecht, der Gemeinde und vor allem der Hausordnung.
- Auch werktags gibt es meist Ruhezeiten, häufig nachts und teilweise über Mittag.
- Die Hausordnung kann strengere Vorgaben machen als das Gesetz, ein Blick hinein lohnt sich.
- Wer Rücksicht nimmt und die Nachbarn vorab informiert, vermeidet die meisten Konflikte.
Hinweis: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und keine rechtsverbindliche Auskunft. Die konkreten Regelungen können je nach Bundesland, Gemeinde und Hausordnung abweichen. Im Zweifel hilft ein Blick in deinen Mietvertrag und die Hausordnung weiter.
Am Wochenende ist endlich Zeit für die Heimwerkerprojekte, die unter der Woche liegen geblieben sind. Doch darf man am Sonntag überhaupt bohren? In den meisten Fällen solltest du es lassen, ein einheitliches bundesweites Verbot fürs Bohren in der Wohnung gibt es aber nicht. Die 32. BImSchV untersagt den sonn- und feiertäglichen Betrieb in § 7 Abs. 1 nur für bestimmte, dort gelistete Geräte und Maschinen im Freien. Für die Bohrmaschine in der Wohnung entscheiden dagegen die Feiertags- und Immissionsschutzgesetze der Länder, die Satzung deiner Gemeinde und vor allem deine Hausordnung. Je nachdem, wo du wohnst, kann das Ergebnis also unterschiedlich ausfallen.
Wir erklären dir, was an Sonn- und Feiertagen gilt, welche Ruhezeiten unter der Woche zu beachten sind und wie du Ärger mit den Nachbarn vermeidest.
Sonntags bohren: Was gilt?
Sonn- und Feiertage stehen in Deutschland unter einem besonderen Schutz. Die Feiertagsgesetze der Länder sehen vor, dass an diesen Tagen Ruhe herrschen soll. Lärmintensive Tätigkeiten wie Bohren, Hämmern oder Sägen solltest du deshalb in der Regel unterlassen.
Wie streng das im Einzelfall ausgelegt wird, kann sich je nach Bundesland und Gemeinde unterscheiden. Entscheidend ist außerdem die Hausordnung, die in vielen Mietshäusern das Heimwerken an Sonn- und Feiertagen ausdrücklich untersagt. Ein kurzer Blick dort hinein schafft schnell Klarheit.

Ruhezeiten unter der Woche
Auch an Werktagen darfst du nicht zu jeder Uhrzeit bohren. Üblich sind eine Nachtruhe und in vielen Hausordnungen zusätzlich eine Mittagsruhe. Die genauen Zeiten legen Gemeinde und Hausordnung fest, deshalb können sie von Ort zu Ort variieren.
| Zeitraum | Was üblicherweise gilt |
|---|---|
| Werktags tagsüber | Bohren meist erlaubt, außerhalb der Ruhezeiten |
| Mittagsruhe | Oft am frühen Nachmittag, je nach Hausordnung |
| Nachtruhe | Meist von 22 bis 6 oder 7 Uhr, je nach Landesrecht und Gemeinde |
| Sonn- und Feiertage | Lautes Bohren in der Regel nicht erlaubt |
Rücksicht zählt mehr als die Uhrzeit
Selbst wenn die Uhrzeit erlaubt ist, lohnt sich Rücksicht. Ein kurzer Hinweis an die Nachbarn, dass du am Nachmittag eine Stunde bohren möchtest, beugt Ärger vor. Die meisten Menschen reagieren verständnisvoll, wenn sie vorab Bescheid wissen.
Muss am Sonntag unbedingt etwas befestigt werden, gibt es leisere Alternativen. Statt zu bohren kannst du in vielen Fällen kleben statt bohren und so ganz ohne Lärm arbeiten. Für geplante Bohrarbeiten in Fliesen findest du die schonende Technik im Ratgeber zum Fliesen bohren.
Häufige Irrtümer
- Anzunehmen, dass kurzes Bohren am Sonntag immer in Ordnung ist. Auch wenige Minuten können stören und gegen die Hausordnung verstoßen.
- Zu glauben, dass nur das Gesetz zählt. Die Hausordnung kann strengere Regeln aufstellen.
- Die Mittagsruhe zu übersehen, die in vielen Häusern gilt.
- Davon auszugehen, dass im eigenen Haus andere Regeln gelten als im Mietshaus. Auch hier kann das Nachbarrecht greifen.
Fazit
Sonntags bohren solltest du in aller Regel lassen, weil Sonn- und Feiertage als Ruhetage gelten. Die genauen Vorgaben hängen aber von Landesrecht, Gemeinde und vor allem der Hausordnung ab, die du im Zweifel zuerst prüfen solltest. Auch werktags gibt es Ruhezeiten, meist nachts und teilweise über Mittag. Wer die Zeiten beachtet, Rücksicht nimmt und für dringende Fälle auf leise Alternativen wie Kleben ausweicht, bleibt mit den Nachbarn im Reinen.
Häufige Fragen
Darf man am Sonntag bohren?
In der Regel solltest du es lassen. Sonn- und Feiertage gelten als Ruhetage, und die Hausordnung untersagt lautes Heimwerken oft ausdrücklich. Ein bundesweites gesetzliches Verbot fürs Bohren in der Wohnung gibt es aber nicht – maßgeblich sind Landesrecht, kommunale Satzung und Hausordnung.
Bis wann darf ich werktags bohren?
Meist bis zum Beginn der Nachtruhe, die häufig um 22 Uhr anfängt. Zusätzlich kann eine Mittagsruhe gelten. Die genauen Zeiten stehen in der Hausordnung und in den örtlichen Vorschriften.
Gilt die Hausordnung auch im eigenen Haus?
Im eigenen Haus gibt es keine Hausordnung eines Vermieters, aber das Nachbarrecht und die örtlichen Ruhezeiten gelten trotzdem. Rücksicht auf die Nachbarn ist also auch hier angebracht.
Was kann ich tun, wenn ich sonntags etwas befestigen muss?
Greif zu leisen Alternativen. Vieles lässt sich kleben statt bohren, sodass gar kein störender Lärm entsteht. Planbare Bohrarbeiten verschiebst du besser auf einen Werktag.
Was passiert, wenn ich mich nicht an die Ruhezeiten halte?
Je nach Fall können eine Abmahnung des Vermieters oder Beschwerden der Nachbarn die Folge sein. Im Sinne eines guten Miteinanders lohnt es sich, die Ruhezeiten einzuhalten.
