
Wer die Räder seines Autos regelmäßig selbst wechselt, spart sich die Zeit für den Werkstatttermin und hat außerdem den Zustand von Reifen, Felgen und Bremsen besser im Blick.
Um sichere und saubere Arbeit zu leisten, reicht der serienmäßige Bordwagenheber allerdings kaum aus. Eine sinnvoll ausgestattete Schrauberecke verfügt über belastbare Hebetechnik, passendes Handwerkzeug und genügend Platz. Soll der Service über den reinen Wechsel der Räder hinausgehen, sind weitere spezielle Maschinen nötig.
Hebetechnik und Sicherung
Für den Räderwechsel braucht es einen ebenen, tragfähigen Untergrund und belastbare Hebetechnik. Ein stabiler Rangierwagenheber gehört ausschließlich an die vom Fahrzeughersteller vorgesehenen Aufnahmepunkte, die in der Betriebsanleitung stehen. Unterstellböcke sichern das angehobene Auto zusätzlich, Radkeile verhindern, dass es wegrollt.
Zur Grundausstattung gehören außerdem Radkreuz oder Schlagschrauber, passende Stecknüsse, ein Felgenschlossschlüssel und eine handliche Drahtbürste. Wichtig: Während der Arbeit darf sich niemals jemand unter einem Auto aufhalten, das allein vom Wagenheber getragen wird.
Sollen die Reifen von den Felgen abgezogen und neue aufgezogen werden, ist noch deutlich mehr Technik nötig. Dafür gibt es Montiermaschinen, die Reifen von der Felge lösen und wieder aufziehen.
⚠️ Sicherheitshinweis
Beim Befüllen eines frisch montierten Reifens können ein beschädigter Reifen, eine schadhafte Felge oder zu hoher Druck das Rad bersten lassen oder Teile wegschleudern. Beschädigte Felgen oder Reifen gehören nicht aufs Rad, und der höchstzulässige Fülldruck laut Reifenhersteller darf nie überschritten werden. Nach der DGUV Regel 109-009 der gesetzlichen Unfallversicherung ist bei ungeteilten Felgen bis 3,3 bar nicht mit fortfliegenden Teilen zu rechnen. Darüber, etwa beim Setzen der Reifenwulst, muss das Rad sicher gehalten werden, zum Beispiel formschlüssig in der Montiermaschine. Laut derselben Regel schützt das sichere Halten aber nicht gegen fortgeschleuderte Teile oder die Druckwelle beim Bersten. Im Betrieb gilt der vom Fahrzeughersteller vorgeschriebene Reifendruck.
Daneben hilft eine Reifenwuchtmaschine dabei, kleine Massenunterschiede am montierten Rad zu ermitteln. Diese werden dann mit Klebe- oder Schlaggewichten ausgeglichen. Je nach Modell werden die Radmaße eingegeben oder automatisch erfasst. Schmutz am Rad kann das Messergebnis verfälschen.
Reifenmontage und Auswuchten verlangen Erfahrung und eine sorgfältige Bedienung der Maschinen, sonst nehmen Reifenwulst, Felge und Sensoren Schaden. Ohne diese Übung ist die Fachwerkstatt die sichere Wahl.
Radschrauben: Drehmoment nach Herstellervorgabe
Radschrauben müssen mit dem vorgeschriebenen Anzugsdrehmoment sitzen, das in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs steht. Deshalb gehört ein Drehmomentschlüssel zur Ausstattung jeder Werkstatt, in der Räder gewechselt werden.
Ein Schlagschrauber ersetzt den Drehmomentschlüssel nicht. Verschmutzte Gewinde sowie Fett oder Öl an Gewinden und Auflageflächen können die Vorspannkraft verändern; Schmierstoffe gehören dort nur hin, wenn der Fahrzeughersteller es ausdrücklich vorgibt.
Luftdruck und Reifenzustand prüfen
Durch einen Kompressor werden die Montiermaschine und der Reifenfüller mit Druckluft versorgt. Mit einem gut ablesbaren Manometer lässt sich anschließend der vom Fahrzeughersteller vorgegebene Reifendruck einstellen. Die Kontrolle sollte möglichst am kalten Reifen erfolgen.
Ein Profiltiefenmesser, eine helle Arbeitsleuchte und Kreide zum Markieren der Radposition helfen bei der Prüfung des Zustandes. Besitzt das Fahrzeug ein direkt messendes Reifendruckkontrollsystem, kann außerdem ein geeignetes Diagnose- oder Programmiergerät erforderlich sein.
Ordnung erleichtert jeden Wechsel
Um die Radsätze einzulagern, sind ein Wandhalter oder ein Felgenbaum von Vorteil. Die Reifenregale müssen das Gewicht sicher tragen und so stehen, dass Verkehrswege frei bleiben.
Durch klare Beschriftungen wird außerdem verhindert, dass die bisherigen Radpositionen verwechselt werden. Darüber hinaus bieten Handschuhe Schutz vor Schmutz und scharfen Kanten. Bei dem Einsatz von Schlagschrauber, Drahtbürste oder Druckluft sollte zur Sicherheit eine Schutzbrille getragen werden.
Welche Ausstattung für die eigene Werkstatt sinnvoll ist, hängt immer von dem Umfang der geplanten Arbeiten ab. Für den saisonalen Radwechsel genügen hochwertige Hebe- und Schraubwerkzeuge. Reifenmontage und Auswuchten verlangen jedoch mehr Platz, mehr Übung und mehr Werkzeuge. Wer sich beim Anheben, Anziehen oder Befüllen unsicher ist, überlässt die Arbeit der Fachwerkstatt.
