Wer die Räder seines Autos regelmäßig selbst wechselt, spart sich die Zeit für den Werkstatttermin und hat außerdem den Zustand von Reifen, Felgen und Bremsen besser im Blick.
Um sichere und saubere Arbeit zu leisten, reicht der serienmäßige Bordwagenheber allerdings kaum aus. Eine sinnvoll ausgestattete Schrauberecke verfügt über belastbare Hebetechnik, passendes Handwerkzeug und genügend Platz. Soll der Service über den reinen Wechsel der Räder hinausgehen, sind weitere spezielle Maschinen nötig.
Wagen sicher anheben und Räder demontieren
Für den Räderwechsel braucht es einen ebenen, tragfähigen Untergrund. Mit einem stabilen Rangierwagenheber wird das Fahrzeug kontrolliert angehoben. Dieser wird ausschließlich an den vom Hersteller vorgesehenen Aufnahmepunkten angesetzt. Unterstellböcken sichern das angehobene Auto zusätzlich. Mit Radkeilen lässt sich zudem verhindern, dass es wegrollt.
Für den eigentlichen Wechsel stellen Radkreuz oder Schlagschrauber, passende Stecknüsse, ein Felgenschlossschlüssel und eine handliche Drahtbürste die Grundausstattung dar. Vor dem Anheben müssen die Feststellbremse und der erste Gang beziehungsweise die Parkstellung eingelegt werden. Die Radschrauben lassen sich am stehenden Fahrzeug zunächst leicht lösen. Wichtig: Während der Arbeit darf sich niemals jemand unter einem Auto aufhalten, das allein vom Wagenheber getragen wird.
Sollen die Reifen von den Felgen abgezogen und neue aufgezogen werden, ist noch deutlich mehr Technik nötig. Mit einer Montiermaschine lassen sich das Lösen und Aufziehen schneller und einfacher erledigen.
Daneben hilft eine Reifenwuchtmaschine dabei, kleine Massenunterschiede am montierten Rad zu ermitteln. Diese werden dann mit Klebe- oder Schlaggewichten ausgeglichen. Vor dem Wuchten sollten Felge und Reifen von grobem Schmutz befreit werden, da das Messergebnis durch Ablagerungen beeinflusst wird. Felgendurchmesser, Felgenbreite und Abstand müssen entweder passend zum Rad eingegeben werden oder werden automatisch erfasst. Erleichtert wird die Arbeit durch eine Wuchtgewichtzange, Montagepaste, Ventilwerkzeug sowie neue Ventile.
Ein wenig Erfahrung und eine sorgfältige Bedienung sind entscheidend, damit Reifenwulst, Felge und Sensoren keinen Schaden nehmen.
Drehmoment statt Gefühl
Bei dem endgültigen Anziehen kann nicht auf einen Drehmomentschlüssel verzichtet werden. Das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment sind in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs zu finden.
Mit einem Schlagschrauber gelingt das Lösen und das vorsichtige Voranziehen besser, er ersetzt allerdings keine kontrollierte Endmontage. Die Gewinde und Auflageflächen müssen zudem unbedingt sauber sein, denn Fett oder Öl können die Vorspannkraft verändern und gehören dort nur hin, wenn der Fahrzeughersteller es ausdrücklich vorgibt.
Luftdruck und Reifenzustand prüfen
Durch einen Kompressor werden die Montiermaschine und der Reifenfüller mit Druckluft versorgt. Mit einem gut ablesbaren Manometer lässt sich anschließend der vom Fahrzeughersteller vorgegebene Reifendruck einstellen. Die Kontrolle sollte möglichst am kalten Reifen erfolgen.
Ein Profiltiefenmesser, eine helle Arbeitsleuchte und Kreide zum Markieren der Radposition helfen bei der Prüfung des Zustandes. Besitzt das Fahrzeug ein direkt messendes Reifendruckkontrollsystem, kann außerdem ein geeignetes Diagnose- oder Programmiergerät erforderlich sein.
Ordnung erleichtert jeden Wechsel
Um die Radsätze einzulagern, sind ein Wandhalter oder ein Felgenbaum von Vorteil. Die Reifenregale müssen das Gewicht sicher tragen und so stehen, dass Verkehrswege frei bleiben.
Durch klare Beschriftungen wird außerdem verhindert, dass die bisherigen Radpositionen verwechselt werden. Darüber hinaus bieten Handschuhe Schutz vor Schmutz und scharfen Kanten. Bei dem Einsatz von Schlagschrauber, Drahtbürste oder Druckluft sollte zur Sicherheit eine Schutzbrille getragen werden.
Welche Ausstattung für die eigene Werkstatt sinnvoll ist, hängt immer von dem Umfang der geplanten Arbeiten ab. Für den saisonalen Radwechsel genügen hochwertige Hebe- und Schraubwerkzeuge. Reifenmontage und Auswuchten verlangen jedoch mehr Platz, mehr Übung und mehr Werkzeuge.
